Mittwoch, 26. September 2012

[Cerebralfundstück N° 0] Kunst ist niemals alt...

...oder doch? Viele Menschen, die ich kenne, verstehen Kunst nicht. Oder vielmehr, ihnen ist nicht bewusst, dass es eben genau die Essenz von Kunst ist, irritieren zu wollen, ohne dass der Kunstnutzer sich dieser Tatsache sofort gewahr wird. Adorno z.B. sah Kunst in ihrer ursprünglichen Form als Korrektiv für die Entfremdung des Menschen von der Natur - sowohl der Umwelt als auch seiner eigenen - durch die Übersteigerung der Aufklärung. [Wer mehr wissen möchte lese "Dialektik der Aufklärung"] Das bedeutet in einer zeitgenössischen Lesart, sich darauf einzulassen zu müssen, von etwas verwirrt zu werden, was nicht sofort rational identifiziert und gedeutet werden kann. Darin und in der Tatsache, dass Kunst nicht inaktuell wird, nur weil sie schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, liegt der wahre Wert von Kunst.

Und nur so im Nebensatz: wenn es also keine alte Kunst gibt, dann auch keine moderne Kunst, da sie ja nicht inaktuell wird, aber natürlich auch nur bedingt in die Zukunft weisen kann; überdies leben wir doch sowieso schon in der Postmoderne.

Grüße aus dem Kaffeesatz

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen